Studienbesuch von Dolmetschen-Lehrenden der Nationalen Wassyl-Stefanyk-Karpaten-Universität an der Université libre de Bruxelles

Eine Gruppe von sechs Lehrenden für Konferenzdolmetschen der Nationalen Wassyl-Stefanyk-Karpaten-Universität absolvierte einen Studienbesuch an der Université libre de Bruxelles (ULB) in Belgien. Der Besuch war als intensiver fachlicher Austausch konzipiert und zielte darauf ab, methodische Ansätze weiterzuentwickeln sowie die Ausbildung von Dolmetscherinnen und Dolmetschern im Einklang mit europäischen Standards zu stärken.

Das Programm des Besuchs war vielfältig und stark praxisorientiert. Es umfasste die Teilnahme an und die Beobachtung einer breiten Palette von Dolmetschveranstaltungen auf unterschiedlichen Ausbildungsstufen (Master 1 und Master 2), die sowohl Simultan- als auch Konsekutivdolmetschen in verschiedenen Sprachkombinationen abdeckten .

Ein besonderes Augenmerk lag auf didaktischen Methoden, der Organisation des Unterrichts, der schrittweisen Entwicklung von Kompetenzen sowie auf Formen der Leistungsbewertung und des Feedbacks. Darüber hinaus führte die Delegation Fachgespräche mit Lehrenden der ULB über Curriculumsentwicklung, didaktische Strategien und die Integration professioneller Standards in die akademische Ausbildung. Eine Präsentation des Dolmetschstudiengangs der ULB mit anschließender Diskussion ermöglichte einen vertieften Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Institutionen .

Im Rahmen des Programms fand außerdem ein Besuch im Europäischen Parlament (DG LINC) statt, bei dem die Teilnehmenden eine Einführung in die Dolmetschdienste erhielten – mit besonderem Fokus auf die ukrainische Kabine – sowie an einer Führung durch das Parlament teilnahmen. Dieser Programmpunkt bot wertvolle Einblicke in das berufliche Umfeld und die Anforderungen der europäischen Institutionen.

Der Besuch stellte eine effektive Plattform für den Austausch bewährter Praktiken in der Dolmetschausbildung dar. Er ermöglichte es den Lehrenden der der Nationalen Wassyl-Stefanyk-Karpaten-Universität verschiedene didaktische Ansätze zu vergleichen, die eigene Praxis zu reflektieren und Entwicklungspotenziale zu identifizieren. Die Auseinandersetzung mit einem etablierten europäischen Ausbildungsprogramm wie dem der ULB trug zu einem besseren Verständnis bei, wie sich akademische Ausbildung erfolgreich an den Anforderungen des professionellen Marktes ausrichten lässt.

Solche Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssteigerung in der Ausbildung von Konferenzdolmetscherinnen und -dolmetschern. Sie fördern die internationale Zusammenarbeit, regen zur methodischen Weiterentwicklung an und stärken die Verbindung zwischen akademischer Ausbildung und professionellen Institutionen – ein wesentlicher Faktor für die nachhaltige Entwicklung von Lehrenden und Studienprogrammen.

Dieser Studienbesuch wurde im Rahmen des Projekts „Advancing Capacity for Conference Interpreters’ Training at CNU – 2025–2026“ durchgeführt, das von der Nationalen Wassyl-Stefanyk-Karpaten-Universität umgesetzt und vom Europäischen Parlament finanziert wird